Ratgeber für Mountainbike-Fans und die, die es noch werden möchten

Februar 28, 2014 | In: Testberichte

ktm_sorento_crossWandern, Nordic-Walking, Joggen, Marathon, Triathlon, Mountainbike. Das sind nur ein paar der beliebtesten Outdoor-Aktivitäten unserer Zeit. Sportaktivitäten an der frischen Natur werden immer beliebter. Die Anforderungen und der Stresslevel im Job nehmen stetig zu. Da ist es selbstverständlich, dass Menschen immer öfter nach dem perfekten Ausgleich in ihrer Freizeit suchen. Wo sonst kann man Körper und Geist besser in Einklang bringen als in der freien Natur?

Da sich mein Blog hauptsächlich um’s Radfahren dreht, befasse ich mich in diesem Beitrag ausschließlich mit der Outdoor-Aktivität Mountainbiken. Ich gehe davon aus, dass nicht nur Menschen, die bereits Mountainbikeliebhaber sind, meinen Blog lesen. Deshalb fange ich ganz von Vorn an. Worauf muss man beim Kauf eines Mountainbikes achten? Generell muss man sich erst einmal entscheiden, welchen Mountainbike-Typ man kaufen möchte. Es wird zwischen folgenden Typen unterschieden:

  • Racebikes
  • Tourer
  • All-Mountain
  • Enduros
  • Cross-Bikes

Racebikes sind extrem leicht (ca. 8 bis 11 kg) und eher etwas für Profis, da sie als Raketen auf dem Trail gelten. Racebikes zeichnen sich durch folgende Kriterien aus: Der Rahmen besteht in der Regel aus Carbon. Der Lenkwinkel beträgt 69,5° bis 71°. Durch eine deutliche Sattelüberhöhung nehmen die Mountainbiker eine gestreckte Sitzposition ein. Die Fahrwerke mit Federwegen betragen mindestens 100 mm. Die Laufräder sind leicht, dünn und mäßig profiliert. 160-mm sind mittlerweile Standard bei Scheibenbremsen.

Tourer (ca. 11 bis 13 kg schwer) sind äußerst beliebt, da sie universell einsetzbar sind. Sie zeichnen sich durch folgende Kriterien aus: Bei günstigeren Tourern ist Aluminium das meist verbaute Material. In höheren Preisklassen setzt sich Carbon durch. Der Lenkwinkel beträgt 68,5° bis 69°. Federwege sind in der Regel nicht absenkbar. Ein Standard hierfür sind mind. 120 mm. Die Reifen sind mind. 2,25. Zudem verleihen Scheibenbremsen (mind. 180/160) Sicherheit.

Wie der Name schon verrät, sind All-Mountains wie Tourer echte Alleskönner und ebenfalls sehr beliebt. All-Mountains zeichnen sich durch folgende Kriterien aus: Sie sind etwa 11 bis 14 kg schwer. Zum Standard zählen Aluminiumrahmen. Der Lenkwinkel beträgt 67° bis 68,5°. Bei den Federwegen gelten 140 bis 150 mm als üblich. Laufräder mit Felgen um 2,4, breite Lenker (>680 mm) und kräftige Scheibenbremsen (mind. 180/180) machen All-Mountains zu einem sehr robusten Bike.

Ich selber habe ein Cross Bike. Das ist eine Mischung aus Rennrad und Mountain-Bike. Mein Rad seit 2011 ist das KTM Cross Sorento (siehe Bild oben). Mit diesem bin ich schon etliche Kilometer gefahren. Bergauf und Bergab. Die längste Strecke war von mir zu Hause aus nach Wien in 5 Tagen. Auf der ca. 420 km langen Strecke hat mich das Sorento nie im Stich gelassen und war durch die erhöhte Sitzposition auch sehr bequem. Anders als bei vielen gängigen Bikes hat das Sorento keine Scheibenbremsen, sondern eine Hydraulik-Bremse von Magura. Diese ist nicht wartungsintensiv, robust und greift auch bei rasanten Bergabfahrten gut.

Das mögen für Einsteiger viel zu viele Fakten und Fremdwörter sein. Deshalb ist eine Beratung in einem Fachgeschäft zu empfehlen. Aber woran erkannt man, ob ein Fachgeschäft wirklich professionell ist? Auch hierfür habe ich ein paar Tipps recherchiert:

Ein professionelles Geschäft, das zu jeder Zeit umfangreichen Service bietet, hat zu jeder Saison geöffnet. Das mag bizarr klingen. Es gibt aber in der Tat Geschäfte, die ausschließlich zur Sommersaison öffnen. So kann kein dauerhafter Service gewährleistet werden.

Achtet auf Aufkleber an den Türen, die euch Hinweise zu Mitgliedschaften in Verbänden o. ä. geben.

Der erste Eindruck zählt! Das gilt auch beim Betreten eines Geschäfts. Ist es sauber und ordentlich? Das ist keine Selbstverständlichkeit. Nutzt auch die Gelegenheit einen Blick in die Werkstatt zu werfen, wenn möglich.

Zu komfortablen Extras zählen außerdem eine Kundenwartezone sowie eine EDV-gestützte Reparaturverwaltung/-annahme.

Last but not least: Vertraut auf euer Bauchgefühl. Wenn ihr schon im Gespräch merkt, dass eure Fragen nicht eindeutig beantwortet werden können und euch auf Biegen und Brechen etwas verkauft werden möchte, dann verlasst das Geschäft schnellstmöglich. Professionalität zeichnet sich durch umfangreichen Service, tiefgründige Fachberatung und Zurückhaltung aus.

Wenn ihr dann stolzer Besitzer eines Mountainbikes seid, solltet ihr euer Bike vor der ersten großen Tour einfahren. So merkt ihr sofort, wo ihr Schwierigkeiten habt, was euch stört, etc. und könnt im Fachgeschäft um Rat und Hilfe bitten. Vor allem Scheibenbremsen müssen richtig eingebremst werden. Damit soll eine dünne, gleichmäßige Schicht Belagmaterial auf die Bremsscheibe gebracht werden. Dadurch kann das Bremsbelagmaterial Reibung auf der Bremsscheibenoberfläche erzeugen. Für das Einbremsen gebe ich euch folgende Tipps:

  • Eine ebene Strecke wählen.
  • Mit mittlerer Geschwindigkeit (ca. 20 km/h) fahren und gleichmäßig auf Schrittgeschwindigkeit abbremsen, aber nicht vollständig stoppen.
  • Während des Bremsvorgangs im Sattel sitzen bleiben.
  • Den Vorgang mehrmals (ca. 20 Mal) wiederholen, bis die Bremsleistung zunimmt.
  • Im Anschluss auf eine höhere Geschwindigkeit (ca. 25-30 km/h) beschleunigen und wie bereits beschrieben bremsen. Diesen Vorgang ebenfalls mehrmals (ca. zehnmal) wiederholen.
  • Bremsbeläge und –scheiben auskühlen lassen.

Wer jetzt richtig Lust bekommen hat durchzustarten, kann sich beispielsweise im Bergzeit Magazin weitere wertvolle Tipps zum Thema Mountainbike holen. Dort findet ihr auch Tourenvorschläge zum Mountainbiken, Wandern und weiteren Outdoor-Aktivitäten.

Übrigens: Je besser ihr euer Mountainbike pflegt, desto länger habt ihr Spaß damit. Eine gründliche Reinigung nach Touren ist das A und O. Dabei dauert sie maximal 15 Minuten. Zeit, die es sich wirklich lohnt zu investieren. Abschließend also noch ein paar Pflegetipps meinerseits:

  • Den gröbsten Dreck mit Schwamm und ölfreiem Reiniger entfernen.
  • Kette mit Pflegemittel einsprühen, einwirken lassen und Schmutz mit einer Zahnbürste entfernen. Abschließend mit einem Lappen abwischen.
  • Kette mit Teflonöl pflegen. Nach einer Einwirkzeit noch einmal kurz abtrocknen.

Habt ihr noch weitere Tipps? Vielleicht altbewährte Hausmittelchen, damit man nicht zwingend auf teure Pflegeprodukte angewiesen ist?

2 Kommentare zu Ratgeber für Mountainbike-Fans und die, die es noch werden möchten

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Rainer

August 31st, 2014 at 14:18

Die Tipps sind wirklich gut für neue Mountainbike-Besitzer. Was das Reinigen nach dem Fahren durch Gelände betrifft, so gehe ich ganz ähnlich vor. Ich benutze zuerst den Gartenschlauch mit Düse für den gröbsten Dreck und gehe dann noch mit dem Schwamm und heißem Wasser an die schwierigeren Stellen. Dann nutze ich WD 40 für die Kettenreinigung und noch eine spezielle Bürste zur Reinigung der Ritzel. Für die Schmierung der Kette nutze ich ein gewöhnliches synthetisches Kettenöl.

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Daniel

November 21st, 2014 at 22:26

Ich möchte mir im nächsten Frühjahr ein Mountainbike zulegen und suche noch nach einem guten Anbieter. Macht es Sinn, das Rad im beim Onlinehändler zu kaufen oder sollte es an Ort und Stelle getestet werden?

Gruß Daniel

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